Tanz und Kultur, gute Laune und bereichernde Begegnungen: Am 22. August 2026 hatte das Rotlintstraßenfest im Frankfurter Nordend sein 40. Jubiläum. Seit 2 Generationen bringt das Fest Menschen zusammen – Nachbar*innen, Familien, Vereine und Institutionen, junge und alte Menschen.
Auch an diesem Tag ergab sich so manche Begegnung beim Schlendern über das Fest oder beim Kaufen schöner Dinge. Alte Bekannte trafen sich wieder. Kinder kamen über kreative Tätigkeiten und Spielgeräte miteinander in Kontakt, manche sprangen ausgelassen durch eine Wolke von Seifenblasen. Dass es etwas regnerisch war störte keinen – und hin und wieder ließ sich auch die Sonne blicken.
Begegnung gab es dabei auch wie in jedem Jahr mit Junularo, insbesondere mit dem im Nordend ansässigen Mädchen*kulturzentrum Mafalda. Diesmal sogar eine ganz besondere Begegnung, denn das Fest wurde in der Mittagszeit eröffnet durch die K-Poptanzgruppe des Mafaldas, die unter der Leitung von Rabia G. (17) 2 Tänze aufführte.
K-Pop ist Popmusik in koreanischer Sprache. Die Tänzerinnen* wurden von den Zuschauer*innen gespannt erwartet und mit Applaus begrüßt. 7 junge Frauen* traten auf, blau-schwarz oder blau-weiß gekleidet- und führten einen Tanz auf, der gute Laune weckte, beeindruckte und dem Publikum Spaß machte. Nach einer kurzen Unterbrechung wurde es geheimnisvoll: Zunächst strömte Nebel auf die Bühne und dann erschienen die Tänzerinnen* noch einmal mit Verkleidungen. Der nächste Tanz erinnerte an das Märchen „Schneewittchen und die 7 Zwerge“. Das Publikum sah gebannt zu, trotz eines gleichzeitigen kleinen Regenschauers. Die K-Pop-Tanzgruppe wurde mit kräftigem Applaus entlassen.

Begegnungen gab es dann auch am Junularo-Stand. Hier wurde Kuchen verkauft, Kinder konnten Taschen bemalen, es gab viel Informationsmaterial über den Verein und einige Dinge konnten gekauft werden wie z.B. das Mafalda-Kochbuch. Das Highlight war wieder das Glücksrad, an dem Kinder attraktive Preise gewannen und Mitarbeitende mit den Eltern ins Gespräch kamen.

Wie erlebten Mitarbeitende die Stimmung?
„Toll“, fand Kyriakos Tsakmakis, Mitarbeiter der Jugendhilfe an der KGS. „Die Menschen haben ein Lächeln im Gesicht trotz leichten Regens. Auch bei uns im Team ist eine angenehme Stimmung.“
„Unsere Angebote werden gut angenommen“, berichtete Nermin Velagic, Mitarbeiter in der Jugendberatung.
Warum ist die Präsenz auf einem Straßenfest wichtig für einen Verein wie unseren?
„Um für Bekanntheit zu sorgen“, sagte Marsel Djendjo, der für die Öffentlichkeitsarbeit von Junularo zuständig ist. Und Lara-Sophie Göpfert, auch Mitarbeiterin der Jugendhilfe an der KGS, verdeutlichte:
„Es geht um die Sichtbarkeit unseres Vereins in Frankfurt. Damit die Leute wissen, wer wir sind. Außerdem haben wir die Möglichkeit, Spenden einzunehmen oder Spender*innen zu gewinnen.“

Kyriakos Tsakmakis fügte hinzu: „Für einen Verein wie unseren, der am Wachsen ist, ist es wichtig, dass sowohl die Zielgruppe als auch die Eltern uns wahrnehmen und sich informieren können.“
„Und dass man uns kennenlernt“, erläuterte Nermin Velagic. „Wir können die Leute informieren, welche Angebote wir haben und für was wir stehen.“. Besonders wichtig ist es ihm, dass Junularo auf den Aspekt der Armutssensibilität aufmerksam macht, denn als Mitarbeiter in der Jugendberatung hat er täglich Kontakt zu jungen Menschen, die sich in sozial und finanziell schwierigen Lebenssituationen befinden.
Und so fanden auch direkt am Junularo-Stand wichtige Begegnungen statt. Eine Frau, die mit ihrer Tochter zum Glücksrad kam, bemerkte: „Das Mädchen*zentrum kenne ich, aber den Namen „Junularo“ habe ich noch nicht gehört.“
Auch eine Stadtabgeordnete der Grünen, Frau Dr. Friederike von Franqué, schaute vorbei und tauschte sich mit der Geschäftsführung und Mitarbeitenden über die Finanzierung von Jugendarbeit aus.
Gegen 20 Uhr endete das Fest für Junularo e.V. und damit ein Tag der Begegnungen, der Gespräche und des Feierns.
Das Rotlintstraßenfest hat einmal mehr gezeigt, was entsteht, wenn Menschen zusammenkommen: Man trifft alte Bekannte, lernt neue Menschen kennen, kommt miteinander ins Gespräch und entdeckt vielleicht auch ein Angebot, von dem man bisher noch nichts wusste.
Für Junularo war das Fest deshalb mehr als ein schöner Tag im Stadtteil. Es war eine Gelegenheit, sichtbar zu sein, über die eigenen Angebote zu informieren und mit Menschen direkt ins Gespräch zu kommen. Dabei konnte Junularo seine Werte, z.B. sein Engagement für soziale Gerechtigkeit und Vielfalt, nach außen sichtbar machen. Und manchmal beginnt eine neue Begegnung ganz einfach an einem Glücksrad, bei einem Stück Kuchen oder mit der Frage: „Was macht eigentlich Junularo?“
Ein herzlicher Dank gilt dem Vorbereitungsteam für die Organisation, den Aufbau, die Kuchenspenden und die Betreuung der Stände. Der Einsatz vieler Mitarbeitenden machte es möglich, dass der Junularo-Stand zu einem lebendigen Raum für Begegnung wurde.
Michaela Fischer
