Ein Bericht von Michaela Fischer – Ein buntes Treiben im Schulhof der Johanna-Tesch-Schule erwartete die Gäste des Winterfestes, das am 28. November 2025 am Nachmittag und Abend stattfand.
Waffeln dufteten, Kinder wärmten sich am Lagerfeuer, ein Buffet mit selbst gebackenem Kuchen war eröffnet und ein Flohmarkt für die ganze Familie lud zum Stöbern ein. An Bänken und Tischen auf dem Schulhof konnte zum Essen, Trinken und Schauen Platz genommen werden. Wer lieber aktiv sein wollte fand seinen Spaß beim Wettkicken, Kinderschminken, Tatookleben oder Dosenwerden. Kinder, Jugendliche und Erwachsene waren im Einsatz, um allen einen abwechslungsreichen Nachmittag zu bereiten.
Eine besondere Veranstaltung fand dabei um 16 Uhr im Flur vor der Jugendhilfe statt: Das im letzten Schuljahr durchgeführte Kunstprojekt zu dem Thema „Antirassismus und Antidiskriminierung – Ausdruck durch Kunst“ fand nun seinen Höhepunkt und Abschluss in einer feierlichen Vernissage. Zehn Schüler*innen eines 7. Jahrgangs mit Migrationsgeschichte hatten im Zusammenhang mit dem Fach Arbeitswelten daran teilgenommen unter der Leitung von Marsel Djendjo, Diplom-Designer, und Nemat Dosti, sozialpädagogischer Mitarbeiter in der Jugendhilfe der Johanna-Tesch-Schule. Ziel war die Auseinandersetzung mit eigenen Erlebnissen, die die Jugendlichen in Bezug auf Alltagsrassismus machen, das künstlerische Ausdrücken von Diversität sowie die Reflexion der aktuellen politischen Lage. Dabei spielte auch die Aufarbeitung der rassistisch motivierten Anschläge in Hanau im Jahr 2020 eine wichtige Rolle.
Als man sich zu Beginn der Vernissage versammelte kam Spannung auf: Sichtbar an der Wand waren Kunstwerke, die zusammengesetzt das Wort „Toleranz“ ergaben. Die ungefähr 20 Gäste, darunter auch die Schulleiterin Anette Günther und Dzenita Omerović von Stadtschulamt, blickten aber auch auf 2 verhüllte Staffeleien. Was mochte sich darunter verbergen?
Die Spannung musste ausgehalten werden, denn erstmal trat Katharina Hellwig, Trägerkoordinatorin der Jugendhilfe an der Schule, nach vorne und begrüßte die Gäste. Dies tat sie vertretungsweise an Stelle vom künstlerischen Leiter Marsel Djendjo, der leider nicht dabei sein konnte.
Frau Hellwig reflektierte mit den Anwesenden die Frage: Was brauchen Menschen, die von Rassismus betroffen sind? Besonders wichtig, so betonte sie, seien Räume zum Austausch, eine gegenseitige Stärkung und das Gefühl, mit anderen verbunden zu sein, die Ähnliches erleben.
Natürlich kostet ein solches Projekt auch etwas. So gab es Applaus für das Stadtschulamt – vertreten durch Frau Omerović – welches dies Projekt finanziert hat.
Neben einem guten Konzept, fuhr Frau Hellwig fort, und einer geeigneten künstlerischen und pädagogischen Leitung lebt ein solches Projekt vom Interesse und der Motivation der teilnehmenden Schüler*innen. Auch diese erhielten großen Applaus. Einer von ihnen, Keanu, übernahm nun das Wort. Die Jugendlichen und Erwachsenen hörten ihm aufmerksam zu.
Das Ziel des Kurses, so berichtete Keanu, war es, offen über Diskriminierung zu reden. „Der Kurs war eine ganz tolle Zeit“, fasste er zusammen, „wir waren sehr aktiv miteinander.“
Und damit war es so weit: Keanu und Frau Hellwig enthüllten feierlich die beiden Staffeleien. Was war darauf zu sehen?
Das erste Kunstwerk ist ein Peace-Zeichen, das sich aus verschiedenen Einzelbildern der Projektteilnehmer*innen zusammensetzt. Keanu erläuterte: „Das Peace-Zeichen weist darauf hin, dass Diskriminierung nicht gut ist.“
Und das zweite Bild? Es ist das Wort „Toleranz“, das auch schon an der Wand zu sehen ist. Jeder der Teilnehmenden hat einen Buchstaben übernommen und entstanden ist ein buntes Gemeinschaftsprojekt.
Noch einmal gab es kräftigen Applaus für alle Projekteilnehmer*innen – vertreten durch Keanu.
Damit war die Vernissage beendet. Eine der Staffeleien wird dauerhaft im Sekretariat am Standort Ginnheimer Straße ausgestellt, die andere ebenfalls im Sekretariat am Standort Falkstraße.
Nach der Vernissage kam Abendstimmung auf. Die Gäste strömten nach draußen, wo es auf dem Schulhof Stockbrot am Lagerfeuer gab.
Wir danken Marsel Djendjo und Nemat Dosti sowie den Teilnehmer*innen des Kunstprojektes für Ihren wichtigen Einsatz sowie allen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die dieses schöne Fest veranstaltet haben.